Studieren ist kopflastig, Sitzen auf lange Zeit ungesund, Bewegung macht Spass. Erfahre alles über das vielfältige Sportangebot der Universität St. Gallen. Um dir einen besseren Überblick zu geben, hat sich Daniel Studer zu einem Interview bereit erklärt. 

Doku-Team: Ich bin überfordert mit dem Sportangebot, bzw. möchte Verschiedenes ausprobieren, bevor ich mich festlege. Was soll ich tun?

Studer: Alles ausprobieren. Man informiert sich vor allem auf der Homepage, auf Facebook und dem ausgedruckten Sportprogramm, das sind eigentlich unsere Hauptinformationsmittel, auf denen alles aufgeführt ist. Das meiste ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich, ausser beispielsweise Skilager, da muss man sich natürlich anmelden, aber sonst ist der Grossteil des Sports unverbindlich. Es ist auch unser Ziel, dass man möglichst viel ausprobiert und dann irgendwann das findet, was man wirklich gerne macht.

Doku-Team: Verpflichte ich mich zum wöchentlichen Training, wenn ich mich für eine Sportart entschieden habe?

Studer: Es gibt gewisse Sportarten mit einer wöchentlichen Trainingspflicht wie z.B. Tenniskurse. Da kann man nicht 10, 12 oder 20 Leute in einen Kurs nehmen, sondern maximal 4. Man muss sich für das ganze Semester anmelden, damit man den externen Platz in dieser Stunde sicher kann, was kostenpflichtig ist, und weniger Leute bedeutet höhere Kosten pro Person.
Sonst muss man sich fast nirgends anmelden, ausser bei Gruppenkursen braucht es eine Reservation. Immer ab 07:00 Uhr am Tag des Kurses ist die Anmeldung freigeschaltet, sie gilt aber nur für dieses eine Training. Gefällt dir der Kurs, dann kannst du dich in Zukunft immer wieder anmelden, wenn nicht, dann probierst du beim nächsten Mal etwas Anderes aus.

Doku-Team: Was für „richtige“ Sportteams gibt es, wo auch Meisterschaften und Turniere gespielt werden?

Studer: Lacrosse, Unihockey, Volleyball, Fussball, Rugby, Landhockey und Basketball, also bei Teamsportarten. Es wird an kleineren und grösseren Turnieren, sowie an Meisterschaften teilgenommen, je nach Sportart und Niveau unterschiedlich. Bekannt sind die Schweizer Hochschulmeisterschaften in diversen Sportarten. Da wird z.B. im Fussball von jeder Universität ein Team geschickt, welche dann gegeneinander antreten. Von St. Gallen wird natürlich das beste HSG Fussballteam geschickt. Dann gibt es auch Teams, die richtige Meisterschaften spielen – wie das Unihockeyteam UHU. Falls man sich qualifiziert, gibt es sogar die Möglichkeit an internationalen Meisterschaften teilzunehmen.

Doku-Team: Gibt es auch Tanzgruppen mit Auftritten?

Studer: Beim Tanzen gibt es zurzeit keine Auftritte, die Kurse sind mehr darauf ausgelegt, sich selbst zu verbessern und Spass zu haben, ohne Choreos für einen Auftritt einzuüben. Darüber wird viel diskutiert, in der Vergangenheit gab es schon Auftritte, aber momentan haben wir keine kompetitive Dance Company.

Doku-Team: Kann ich als Spitzensportler an der HSG studieren?

Studer: Bei Spitzensportlern wird die jeweilige Sportart in seinem Verein bzw. dem vorherigen Trainingsort so gut wie möglich weitergeführt, denn es gibt hier nicht genügend Sportler/-innen auf demselben Niveau. Das Projekt Spitzensport und Studium von Swiss Olympic und dem Schweizer Hochschulsportverband hat als Ziel hat, die beiden Komponenten besser unter einen Hut zu bringen. Bisher war es für Spitzensportler sehr schwierig ein reguläres Studium zu absolvieren, da sie viel trainieren und oft im Ausland an Wettkämpfen teilnehmen müssen. Man will sich aber immer mehr annähern, sodass beides gleichzeitig möglich ist.

Doku-Team: Kann ich beim Unisport arbeiten als Nebenjob? Wenn ja, was sind die Voraussetzungen?

Studer: Ganz unterschiedlich, je nachdem, was man arbeiten möchte. Also wenn man als Trainer/in unterrichten will, muss man in der jeweiligen Sportart eine Ausbildung haben, z.B. einen J+S-Kurs. Im Fitnessbereich akzeptieren wir externe Ausbildungsorganisationen wie Les Mills, wo man für einen bestimmten Gruppenkurs die Ausbildung als Instruktor macht und sich dann beim Unisport meldet. Daraufhin schauen wir, ob es Platz hat, jemand für längere Zeit ausfällt, oder wir genügend Nachfragen für eine Erweiterung des Programmes haben. Studenten sind bei uns sehr willkommen als Trainer/innen, wir finden dieses Engagement super.
Zusätzlich gibt es andere Jobs, bei denen man nicht eine Sportart unterrichtet, sondern Studien im Sportbereich macht oder bei einer Veranstaltung hilft.

Doku-Team: Gibt es Weiterbildungen im Sportbereich, die von der HSG angeboten werden?

Studer: Ja, aber nur für die Trainingsleiter, da machen wir immer wieder Weiterbildungen. Teilweise organisieren wir diese und holen Experten aus verschiedenen Bereichen hierher. Dann gibt es natürlich auch externe Seminare für unsere Trainingsleiter, vor allem, wenn sich jemand spezifisch in einer Sportart weiterbilden möchte. Dies unterstützen wir finanziell, denn Aus- und Weiterbildung ist für uns sehr wichtig.

Doku-Team: Ich habe gehört, es gibt auch zusätzliche Anlässe und Turniere. Muss ich dafür ein gewisses Niveau erreicht haben, oder kann ich auch als Anfänger/in teilnehmen?

Studer: Je nach Anlass variieren die Teilnahmebedingungen. Wir versuchen natürlich ein möglichst breites Angebot zu ermöglichen. Im Skilager gibt es verschiedene Niveaugruppen, wir haben sehr viele Austauschstudenten, die noch nie Schnee gesehen haben, mit welchen ein Einsteigerkurs durchgeführt wird, aber auch Profis.
Falls man für einen Anlass ein spezielles Niveau benötigt, wird es auf der Anmeldung ausgeschrieben sein, z.B. bei mehrtägigen Gebirgstouren, die dann wirklich anspruchsvoll sind und man gewisse konditionelle und technische Anforderungen erfüllen muss. Es wäre sonst zu gefährlich.

Doku-Team: Verkaufen Sie auch Sportzubehör über Unisport?

Studer: Nein, wir sind kein Sportartikelhandel, aber man kann gewisse Geräte gratis ausleihen. Gerade als Anfänger, wenn man eine neue Sportart ausprobieren will, möchte man sicher nicht immer professionelle Ausrüstung kaufen. Bei Bergsportarten kann man die Materialien extern ausleihen, wir arbeiten mit verschiedenen Bergsportausrüstern zusammen, wo man als Student zu besseren Konditionen Material mieten kann.

Doku-Team: Was geschieht am International Day of University Sports in St. Gallen?

Studer: Diesen Tag gibt es erst seit letztem Jahr, ausgerufen und unterstützt wird er weltweit von der UNESCO. Es geht darum zu betonen, dass Bewegung und Sport wichtig ist, vor allem in Kombination mit Bildung. Am 20. September haben wir den ganzen Tag über verschiedene Sportblocks im Angebot, bei denen gewisse Sportarten vorgestellt werden und man kann natürlich auch mitmachen. Von Yoga Sonnengruss über Basketball Korbwurfwettbewerb bis Lacrosse-Demo gibt es alles, Gespräche werden gefördert und die Begeisterung für Sport weitergegeben. Wir wollen auf dem Campus vor der Mensa präsent sein, nicht nur in der Sporthalle, vielleicht gibt es ja auch Leute, die noch nie von uns gehört haben.

Doku-Team: Gibt es sonst noch etwas, das sie uns über Unisport mitteilen möchten?

Studer: Ja, wir haben interessante Referenten, die wir zu öffentlichen Vorlesungen einladen. In zwei Wochen wird der erste Event in diesem Herbstsemester hier im Audimax stattfinden. Thomas Bach – Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) – wird von Matthias Hüppi, dem Fernsehmoderator, zu verschiedenen Themen befragt und zum Berichten angeregt. Zwei Wochen später findet dasselbe Format statt, diesmal mit dem FC St.Gallen, der Präsident Hernandez und Spieler Barnetta kommen hierher. Beat Antenen – auch ein Fernsehmoderator – wird den Anlass führen. So holen wir spannende Persönlichkeiten an die HSG und meistens gibt es dann schöne und spannende Abende. 

 

Daniel Studer
Präsident und Deputy Head Unisport 
daniel.studer@unisg.ch

 

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